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Jeder kennt Versicherungen. Neben Sozialversicherungen, wie der gesetzlichen Rentenversicherung, der Krankenversicherung, der Arbeitslosenversicherung, der Unfallversicherung oder der Pflegeversicherung, gibt es auch noch die so genannten Individualversicherung. Eine solche Individualversicherung ist die Lebensversicherung. Während die Sozialversicherungen zwingend vorgeschrieben sind, können die Individualversicherungen in Eigenregie abgeschlossen werden und sind nicht zwingend vorgeschrieben. Diese freiwillige Versicherung wird zwischen einem Versicherungsnehmer und einer Versicherungsgesellschaft geschlossen. Die Leistungen, die hier vereinbart werden können, sind von Person zu Person verschieden und dementsprechend richten sich auch die Beitragssätze nach den individuell vereinbarten Leistungen.

Während bei einer Sozialversicherung die finanzielle Absicherung im Alter oder eine medizinische Versorgung abgesichert werden, wird bei der Lebensversicherung das so genannte Todesfall- oder Langlebigkeitsrisiko versichert. Die Lebensversicherung ist eine Personenversicherung und wird in den meisten Fällen als Summenversicherung abgeschlossen. Hierunter ist zu verstehen, dass die Versicherungsleistung darin besteht, einen vertraglich bestimmten Betrag zu erstatten – im Gegensatz zu einer Schadenversicherung, bei der der tatsächlich eingetretene und feststellbare Schaden kompensiert wird. Genereller Zweck einer Lebensversicherung ist es, dass z.B. die Familie im Todesfall des oder der Versicherten finanziell abgesichert ist. Aber die heutigen Lebensversicherungen sind nicht nur an den Tod des oder der Versicherten gebunden, vielmehr gibt es heutzutage Versicherungen, die das Erleben eines bestimmten Zeitpunktes, z.B. eines bestimmten Alters oder der Eintritt einer schweren Krankheit o.ä. „honorieren“, also die Versicherungsleistung auslösen.

Wie bei jeder anderen Versicherung auch, sind bei der Lebensversicherung regelmäßige Beitragszahlungen üblich. Der Nettobeitrag ergibt sich hierbei aufgrund so genannter biometrischer Risiken, wie der erwarteten Sterblichkeit, dem Vorliegen einer schweren Krankheit o.ä. Generell wird der Beitrag und die Leistung nach dem Äquivalenzprinzip errechnet. Nach dem Äquivalenzprinzip entspricht der Beitrag rechnerisch den Leistungen gemäß den gewählten Kalkulationsgrundlagen. Das bedeutet, dass kein expliziter Gewinnzuschlag angesetzt wird, die Gewinne für den Lebensversicherer entstehen vielmehr infolge der vorsichtigen Wahl der Kalkulationsgrundlagen.

Anhand bestimmter Rechnungsgrundlagen wird bei Abschluss eines Versicherungsvertrages ein tariflicher Beitrag bestimmt, der dann mit dem Versicherungsnehmer vertraglich vereinbart wird. Dieser Beitrag ist nach Abschluss des Vertrages i.d.R. nicht mehr änderbar. Dabei sollte dieser Beitrag so kalkuliert sein, dass er dem Versicherungsnehmer erlaubt, über die ganze Vertragslaufzeit den Vertrag zu erfüllen.

Die Beliebtheit derartiger Versicherungen nimmt stetig zu. Immer mehr Versicherer entwickeln Standardversicherungsverträge, die nur im notwendigen Umfang individuelle Besonderheiten berücksichtigen. Standardversicherungsverträge, die die Vorgaben für die Beitragskalkulation für alle möglichen Versicherungssummen und alle Differenzierungsmerkmale der versicherten Personen berücksichtigen, werden als Tarif bezeichnet. Zu den Dingen, die hier mit beachtet werden können und auch sollten, gehören das maximale Alter, dass die versicherte Person bei Beginn der Versicherung schätzungsweise erreichen kann, ebenso wie die maximale Versicherungssumme, die mögliche Kombinierbarkeit mit weiteren Zusatzversicherungen, die Bestimmungen über ärztliche Untersuchungen bei der Antragsstellung und vor allem das Beitrags- und Leistungsspektrum. Hierunter sind die Angaben, wer wann beim Auftreten welcher Ereignisse, z.B. beim Tod der versicherten Person oder bei deren Erleben wie viel zahlen muss, zu verstehen.

Wie bei jeder anderen Versicherung auch, gibt es auch bei der Lebensversicherung verschiedene Arten: Es gibt die Risikolebensversicherung, die kapitalbildende Lebensversicherung und die fondsgebundene Lebensversicherung.

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